Münster – Stadt der Zuflucht

Bündnis für Zuflucht

Die Initiative „Münster Stadt der Zuflucht“ stellt sich vor

Münster – Stadt der Zuflucht

Münster, eine wunderschöne Stadt im Münsterland, bekannt für den Prinzipalmarkt, den Waffelstand auf dem Wochenmarkt und das Wahrzeichen Münsters: Das Rathaus des Westfälischen Friedens! Nach dem dreißigjährigen, blutigen Krieg wurde im Jahr 1648 der „Westfälische Frieden“ unterzeichnet. Der Vertrag beendete den Krieg und stellte sich als erfolgreicher Abschluss jahrelanger Verhandlungen dar, so dass Münster zum Symbol für Frieden und Zusammenarbeit wurde.

Im Anschluss an die bedeutende Rolle der Stadt Münster als Friedensstadt in diesem Friedensprozess haben wir uns im letzten Jahr als Initiative „Stadt der Zuflucht“ gegründet. Wir, das sind Ehrenamtliche aus unterschiedlichen Bereichen von Politik und Gesellschaft. Unser Ziel ist es, über die Friedensstadt hinaus, in Münster eine Stadt der Zuflucht zu schaffen und aktiv mehr Geflüchtete aus griechischen Lagern aufzunehmen.

Wir fordern die Aufnahme von Geflüchteten aus den Lagern an den griechisch-mazedonischen Grenzen…

  • …weil wir Solidarität mit Geflüchteten und die Aufnahme Geflüchteter für ethisch und moralisch unbedingt notwendig halten.
  • …weil die Bundesregierung sich 2015 im Rahmen verschiedener EU-Programme zwar verpflichtet hat, knapp 30.000 Menschen innerhalb und außerhalb Europas aufzunehmen, dieser Verpflichtung bisher aber nur zu einem Bruchteil nachgekommen ist.
  • …weil viel zu viele Menschen in griechischen Lagern darauf warten, was mit ihnen passiert und die Ungewissheit nicht zu ertragen ist.
  • …weil das Jahr 2016 das bislang tödlichste auf dem Mittelmeer war und gestoppt werden muss, dass die Menschen dort auf der Flucht vor Armut, Krieg und Verfolgung in der Hoffnung auf europäische Solidarität ertrinken. Sie müssen diese Solidarität erfahren!
  • …weil in Münster Kapazitäten und Mittel vorhanden sind und Münster somit den moralischen Auftrag hat, Menschen in Not zu helfen.

Aus diesen Gründen setzen wir uns in Münster dafür ein, dass der Rat beschließt, zusätzlich 368 Geflüchtete aufzunehmen und die Verwaltung verpflichtet, diese Entscheidung umzusetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, möchten wir ein breites Bündnis aufbauen, welches gemeinsam die Schicksale der geflüchteten Menschen in Griechenland zurück in unser Bewusstsein holt und ihnen die Hilfe zukommen lässt, die ihnen zusteht. Wir wollen darauf hinwirken, dass Rat, Verwaltung und engagierte Einzelpersonen sich auf Bundes- und Landesebene für dieses Anliegen einsetzen und insbesondere an das Auswärtige Amt herantreten. Die erfolgreiche Umsetzung unserer Initiative und die anderer Städte ist global gesehen ein Tropfen auf den heißen Stein und gleichzeitig ein wichtiges Zeichen für deutsche Kommunen.

Neben den Geflüchteten in Griechenland befinden sich weltweit Menschen in ganz ähnlichen Situationen. Dennoch geht es immer um das Schicksal Einzelner und darum, die Kehrtwende mit voranzutreiben, die es braucht, den schutzbedürftigen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und den eigenen humanitären Verpflichtungen gerecht zu werden. Dabei zählen wir auf Unterstützung jeglicher Art, sei es durch aktive Mitarbeit in unserer Initiative, durch ein Unterzeichnen unseres Aufrufs oder dadurch, in Gesprächen den Geflüchteten in Griechenland eine Stimme zu geben.